Wir bauen eine JukeBox für Kinder als Alternative zur Toniebox…

UPDATE:  Das Projekt hat jetzt einen eigenen Namen und eine eigene Seite: TonUINO – Die Musikbox (nicht nur) für Kinder

Das Konzept der Toniebox und der Tonies gefällt mir bis auf eine Kleinigkeit wirklich sehr gut! Es ist einfach toll wie die Hörspiele, die ja sonst nur noch als MP3-Datei oder in irgendwelchen Streaming-Diensten herumfliegen, wieder greifbar werden. Sogar noch greifbarer als es eine CD oder Musikkassette je war.

Damit komme ich auch schon zu meiner Kritik an der Toniebox: die Tonie-Cloud. Ich selbst habe als Kind erst Hörspielkassetten und später CDs gesammelt. Diese habe ich heute immer noch, und könnte sie immer noch abspielen! Selbes gilt auch für DRM-freie, gekaufte MP3 Dateien. Es wird sich immer ein Weg finden diese auch in Zukunft noch abspielen zu können. Mit einem Tonie, so heißen die Figuren für die Toniebox, kann ich ab dem Moment nichts mehr anfangen in dem sich eine Firma überlegt dass das Geschäft mit den Tonies nicht mehr lukrativ genug ist.

Klar, aktuell gehen sowohl die Toniebox als auch die Tonies  durch die Decke. Man bekommt sie sogar  kaum noch zu kaufen. Aber auch hier sehe ich ein echtes Problem. Man wird fast genötigt neue Tonies zu kaufen wann immer sie rauskommen, aus Angst sie könnten sonst wieder vergriffen sein.

Preislich finde ich die Box ansonsten wirklich OK. Die Tonies an sich sind da schon ein anderes Thema. Man bekommt entweder einen Tonie, der fest mit einem entsprechendem Hörspiel verbunden ist, für ca 15 Euro oder einen sogenannten Kreativ-Tonie für 12 Euro. Letzterer kann mit eigenen Dateien bespielt werden, bzw. die eigenen Dateien können in der Tonie-Cloud abgelegt werden. Maximal 90 Minuten können pro Kreativ-Tonie gespeichert werden. Im Grunde sind die Tonies ähnlich wie zum Beispiel die Skylanders-Figuren eine reine Gelddruckmaschine. Wenn man die Toniebox nutzen möchte muss man noch einiges in die Tonies investieren.

MP3 Hörspiele dagegen kann man bei Amazon, iTunes oder sonst wo für unter 6 Euro kaufen. Ohne jede Verknappung und Verfügbarkeitsprobleme.

Kleiner Tipp:
wenn ihr bei Amazon ein Hörspiel auf CD kauft bekommt ihr automatisch die entsprechenden MP3 Dateien dank „Auto-RIP“ dazu. Teilweise sind die CDs dort günstiger als die Kauf- MP3s… verrückt!
Scheinbar hat Amazon die Auto-Rip-Funktion für Hörbücher und -spiele inzwischen deaktiviert. Schade!

Die Idee eine offene Alternative zur Toniebox zu bauen hatte ich direkt nachdem mir ein Freund ein Video seiner Toniebox geschickt hat. „Hallo I bims, 1 Weihnachtsgeschenk“ hatte er auf seinen Kreativ-Tonie gesprochen.

Da ich bereits einige Sonos Lautsprecher zuhause im Einsatz habe war die erste Idee einfach eine Art Fernsteuerung dafür zu bauen. Dank Apple Music, Spotify oder Amazon Music hat man ja die meisten Hörspiele ohne weitere Kosten im Zugriff. Der erste Prototyp war schnell gebaut: ein Raspberry PI Zero W mit Kameramodul und QR-Codes für die einzelnen Hörspiele. Dank der Node-Sonos-HTTP-API und diesem Link hat das nur wenige Stunden gedauert. QR-Codes mit dem Raspberry Pi waren allerdings nicht zuverlässig genug. Vor allem, wenn die Lösung auch bei schlechtem Licht funktionieren muß und kleine Kinder das ganze benutzen sollen.

Dieses Problem hat die Toniebox nicht, da hier NFC verwendet wird. Nach etwas herumsuchen auf Amazon habe ich folgende Dinge gefunden und bestellt:

Da nun aber nicht jedes Kind einen Sonos Lautsprecher im Kinderzimmer hat und die Bastelfreude auch deutlich größer ist wenn man eine komplette JukeBox baut habe ich geschaut was man sonst noch so braucht.

Da kommt schon einiges zusammen. Der Vorteil dieser Variante ist, dass man auf dem Pi ein ganz normales Linux laufen hat oder zum Beispiel ein Volumio mit Spotify und NAS Zugriff als Musik-Player verwenden kann. Eine solche Box läuft nun schon ein paar Wochen im Kinderzimmer der Nachbarn.

Eine DIY JukeBox mit Raspberry Pi

Die Software dahinter ist zum einen eine MPD (Music Player Daemon) Instanz und meine Steuerungssoftware „AFK (Automator for Kids)“.

Das Prinzip von AFK funktioniert so. Man beschreibt (das nötige Script dafür ist ebenfalls dabei) eine RFID Karte mit einer Aktion die man ausführen möchte. Pro Aktion gibt es ein einfaches Shell Script im Unterordner.

Jeder Aktion können dann auch noch Parameter übergeben werden. So gibt es zum Beispiel folgende Aktionen:

  • mpd/album:Wo ist Kartoffelbrei
  • sonos/applemusic:1143577200

Wenn man nun aber nicht jede Karte extra beschreiben möchte gibt es noch die default Aktion. Diese sucht in einer SQLite Datenbank ob dort für eine Karte eine Aktion hinterlegt ist und wenn nicht trägt sie einen leeren Datensatz mit der UUID der Karte in die DB ein. Man kann dann per phpLiteAdmin über einen Browser die Karten mit Aktionen verknüpfen.

Als erstes möchte ich aber die noch günstigere Variante vorstellen und diese in den nächsten Blog Beiträgen genauer erklären. Vielleicht baut ihr sie ja gemeinsam mit mir.

Hier die Teileliste:

UPDATE: Wie oben geschrieben habe ich ein noch ein eigenes PCB dazu entworfen. Wer an einem kompletten Bausatz interessiert ist bitte einfach eine Mail an jukebox@voss.earth schicken.

Die Variante ohne den Raspberry Pi ist deutlich günstiger. Dafür ist sie natürlich auch nicht so flexibel. Die JukeBox verfügt nicht über WLAN und die SD Karte ist fest in ihr verbaut. Im schlimmsten Fall müsste man die Box öffnen um neue Hörspiele aufzuspielen.

Die Regallautsprecher sehen im Vergleich zur ersten Variante etwas langweilig aus. Natürlich kann man auch hier wieder eigene Lautsprecher in eine eigene Kiste bauen. Wer mag kann auch einen zusätzlichen Verstärker einbauen. Die 3 Watt, die der DFPlayer direkt ausgibt, klingen aber weniger als es ist. Für Hörspiele reicht es meiner Meinung nach völlig aus.

Hier könnt ihr die Jukebox in Aktion sehen.

Der Ton ist teilweise recht leise, da unsere Kleine schon geschlafen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.